Protestantische Solidarität Baselland
Jahresbericht 2025
Es handelt sich um ein und dieselbe Ortschaft mit etwa 5700 Einwohnern. Nur ist der Name zuerst Ukrainisch geschrieben, und danach Ungarisch. Die Ukraine war schon immer ein Vielvölkerstaat, und in der westlichen Region Transkarpatien, nicht weit von der ungarischen und der slowakschen Grenze entfernt, spricht ein grosser Teil der Bevölkerung eben vor allem ungarisch. Viele der Bewohner von Nagydobron sind ungarische Ukrainer und reformiert. Ausser einer grossen reformierten Kirche gibt es dort auch ein reformiertes Gymnasium, in dem auf Ungarisch und Ukrainisch unterrichtet wird. Ein breites, rötliches Gebäude, nicht weit vom Flussufer. Zwischen Fluss und Zugangsstrasse bewegen sich Gänse in der Wiese. Ein idyllisches Bild!
Aber auch in Reichweite feindlicher Raketen… Konkrete Probleme für den Unterricht sind seit dem russischen Angriffskrieg 2022 Stromausfälle, Lebensmittelkürzungen, Unsicherheiten beim Schülertransport oder – im Winter – das Heizen der Räume. Dank der Kollekten und Spenden, die wir 2025 erhalten haben, konnten wir das reformierte Gymnasium dieses Jahr unterstützen. Wir hoffen, dass die Kinder und Jugendlichen dort weiterhin gefördert werden, Gemeinschaft erleben und Zukunftshoffnung miteinander teilen können. Und dass sich am Flussufer auch nächstes Jahr friedlich Gänse tummeln.
Gerade in kritischen Zeiten tatkräftig zu zeigen, dass in der reformierten Glaubensfamilie nach wie vor Interesse füreinander da ist und Solidarität gelebt wird, im Inland wie im Ausland, das ist unser Auftrag. Und den können wir nur erfüllen dank der Unterstützung von Spenderinnen und Spendern, dank der Beiträge und Kollekten von zahlreichen Kirchgemeinden, und auch dank dem aktiven Mittragen der Kantonalkirche. "Mit Respekt und christlicher Liebe“ beschliesst der reformierte Bischof László Horkay sein Dankschreiben und erbittet dabei den Segen Gottes für das Leben und das Engagement aller, die bereit waren zu helfen und zu spenden. Das geben wir gerne an Sie weiter!
Wenn Ihnen auffällt, dass der Inlandanteil unserer Vergabungen im Verhältnis kleiner geworden ist, dann hat das auch damit zu tun, dass dieses Jahr die Schweizerische Reformationskollekte für den Fonds für Religionsunterricht in Tessiner Schulen bestimmt war. 2026 wird sich das Verhältnis wieder ändern.
Pfr. Hanspeter Plattner, Aesch
Pfr. Hanspeter Plattner
4147 Aesch