Neue Legislaturziele, stabile Finanzen und Fokus auf gesellschaftliche Verantwortung

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Neue Legislaturziele, stabile Finanzen und Fokus auf gesellschaftliche Verantwortung

11.06.2026

Am 10. Juni 2026 tagte die ordentliche Frühjahrssynode der Reformierten Kirche Baselland in Laufen. 

Am 10. Juni 2026 tagte die ordentliche Frühjahrssynode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Basel-Landschaft in Laufen. Im Zentrum der ganztägigen Beratungen standen die Jahresrechnung 2025, die neuen Legislaturziele des Kirchenrats für die Jahre 2026 bis 2029 sowie verschiedene strategische und organisatorische Geschäfte. Gastgeberin der Synode war dieses Mal die Kirchgemeinde Laufental.

Die Synode begann mit einem Gottesdienst in der reformierten Kirche Laufen, gestaltet von Laienpredigerin Gisela Schnell Kocher. Der Gottesdienst stand unter dem Leitwort «Siehe, ich mache alles neu» (Offenbarung 21,5). Die biblische Verheissung von Erneuerung und Hoffnung setzte einen passenden Akzent für die Beratungen des Tages und lud dazu ein, den Blick auf die Zukunft der Kirche zu richten. Zu Beginn des Gottesdienstes wurde zudem des kürzlich verstorbenen Co-Präsidenten der Synode Dieter Hofer gedacht, der dieses Amt mit Liebe und Leidenschaft ausgeübt hat. Die Kollekte war für die Opferhilfe beider Basel bestimmt, welche von Gewalt betroffene Menschen unterstützt.

Im Anschluss berieten die Synodalen im Seniorenzentrum Rosengarten über insgesamt 22 Traktanden. Neben dem Jahresbericht und der Rechnung 2025 stand insbesondere die Kenntnisnahme der Legislaturziele 2026–2029 des Kirchenrats im Fokus.

Nach der Anlobung der neuen Synodalen Cornelia Graf, Kirchgemeinde Allschwil-Schönenbuch legte Kirchenratspräsidentin Regine Kokontis den Jahresbericht 2025 vor.

Kirche will Präsenz zeigen – analog und digital
Mit den neuen Legislaturzielen setzt der Kirchenrat Schwerpunkte in den Bereichen theologischer Dialog, Diakonie, Innovation, gesellschaftliche Verantwortung und digitale Entwicklung. Die Reformierte Kirche Baselland möchte ihre Präsenz im öffentlichen Leben stärken und Menschen auch ausserhalb klassischer kirchlicher Strukturen erreichen.

Geplant sind unter anderem neue Gesprächs- und Bildungsangebote zu Glaubens- und Sinnfragen, die Weiterentwicklung digitaler und analoger Begegnungsräume sowie innovative Kommunikationsformen. Auch die Chancen und Risiken von künstlicher Intelligenz sollen vertieft reflektiert werden – ausdrücklich unter Einbezug christlich-ethischer Fragestellungen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der seelsorglichen und diakonischen Präsenz. So sollen unter anderem die Seelsorge im Alter weiter ausgebaut, Angebote im Bereich Trauer gestärkt und Kirchgemeinden bei sozialen Projekten unterstützt werden – etwa in den Bereichen Armut, psychische Gesundheit oder Quartierarbeit.

Religionsunterricht und Jugendarbeit bleiben zentrale Themen
Mit Bedauern nahm die Synode die Absage des regionalen Jugendfestivals Refugium aufgrund zu geringer Anmeldezahlen zur Kenntnis. Nichtsdestotrotz soll die Jugendarbeit im Rahmen des Konzepts «FaJu 2030» weiterentwickelt werden. Aktuell freut sich die Landeskirche auf das überkantonale Jugendfestival REFINE, das 2027 im Baselbiet stattfinden und neue Perspektiven für die kirchliche Jugendarbeit eröffnen wird.
Ausserdem bekräftigt die Reformierte Kirche Baselland ihr Engagement für den Religionsunterricht an den Schulen. Gemeinsam mit den katholischen Partnern verfolgt sie das Ziel, tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Dabei setzt sie auf eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Landeskirchen und den Schulen. Der Prozess ist auf gutem Weg, benötigt jedoch Zeit und sorgfältige Abstimmung.

Nachhaltige Immobilieninvestitionen und organisatorische Weiterentwicklungen
Die Synode befasste sich zudem mit einem «Septennium für nachhaltige Immobilieninvestitionen» sowie mit strategischen Fragen zur zukünftigen Entwicklung der kirchlichen Infrastruktur. Dabei geht es nicht allein um den Erhalt und die Bewirtschaftung von Gebäuden, sondern um grundlegende Überlegungen zur Rolle der Kirche in den Gemeinden von morgen: Welche Präsenz soll die Kirche vor Ort wahrnehmen? Wie können kirchliche Räume den Bedürfnissen der Menschen auch künftig gerecht werden? Und welche Nutzungsperspektiven ergeben sich für Pfarrhäuser, Kirchgemeindehäuser und weitere Liegenschaften?
Mit diesen Fragestellungen verfolgt der Kirchenrat das Ziel, langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln, die sowohl den gesellschaftlichen Veränderungen als auch den finanziellen und ökologischen Anforderungen Rechnung tragen. Die kirchlichen Liegenschaften sollen dabei nicht nur erhalten, sondern als lebendige Orte der Begegnung, des Glaubens und des gesellschaftlichen Engagements weiterentwickelt werden.

Weitere Themen der Frühjahrssynode waren Wahlen, Berichte der Ombudsstelle und Rekurskommission sowie organisatorische Vorstösse zur Weiterentwicklung des Geschäftsreglements.

Fokussynode zum Thema Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt
Bereits angekündigt wurde zudem die Fokussynode vom 15. September 2026 in Liestal zum Thema «Macht und Machtmissbrauch – sexualisierte Gewalt». Damit greift die Reformierte Kirche Baselland ein gesellschaftlich und kirchlich relevantes Thema auf und setzt ein Zeichen für Sensibilisierung und Verantwortung.


Trauer um Dieter Hofer – Co-Präsident

Die Bestürzung und das Bedauern sind gross, dass die Frühjahressynode ohne ihren Co-Präsidenten Dieter Hofer stattfinden musste, da dieser kurz zuvor unerwartet verstorben ist. Aus diesem Grund wurde zu Beginn der Tagung eine Schweigeminute eingelegt und die Co-Präsidentin Isabell Vögtli, die Synodalen sowie die gesamte Reformierte Kirche Baselland drücken ihr tiefes Beileid und Ihre Anteilnahme gegenüber der Familie aus. «Dieter hinterlässt eine grosse Lücke in unseren Herzen» sagt Isabell Vögtli. Des Weiteren bedankt sich die Kantonalkirche für den jahrelangen engagierten Einsatz von Dieter Hofer, es war sein zwanzigstes Jahr im Mitwirken bei der Synode. An seinem Platz leuchtete an der heutigen Synode eine Kerze.

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Die Beschlüsse in Kürze: 
.//. Abgeänderte Traktandenliste einstimmig genehmigt
.//. Erwahrung Wahl Cornelia-Graf, Kirchgemeinde Allschwil-Schönenbuch einstimmig
.//. Protokoll Herbstsynode vom 18. November 2025 einstimmig genehmigt
.//. Jahresbericht 2025 des Kirchenrats einstimmig genehmigt
.//. Rechnung 2025 mit allen Teilanträgen einstimmig genehmigt
.//. Wahl von Pfr. Hansueli Meier als Abgeordneter der ERK BL für die Synode EKS einstimmig
.//. Kenntnisnahme Legislaturziele Kirchenrat 2026-2029
.//. Antrag mit 1 Enthaltung angenommen: Gleicher Beitrag der Kirchgemeinden für den Kirchenboten
.//. Kenntnisnahme Septennium für nachhaltige Immobilieninvestitionen
.//. Kenntnisnahme Bericht Ombudsstelle
.//. Kenntnisnahme Berichterstattung Rekurskommission
.//. Antrag zur Überarbeitung des Geschäftsreglements betreffend geheimer Wahl mit 31 zu 7 Stimmen abgelehnt, bei 7 Enthaltungen

Verantwortliche Synode
Co-Präsidentin: Isabell Vögtli: obfc:jtbcfmm/wpfhumjAsfgcm/di:obfc

Links: Synodeunterlagen Frühjahrssynode 2026

Auskunft
Claudia Spahr, Leiterin Kommunikation, obfc:dmbvejb/tqbisAsfgcm/di:obfc, +41 61 926 81 87