Auf dass wir einander hören und sehen! Für eine Medienlandschaft, welche die Vielfalt anerkennt und die Gemeinschaft stärkt.

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News 16.02.2026

Auf dass wir einander hören und sehen! Für eine Medienlandschaft, welche die Vielfalt anerkennt und die Gemeinschaft stärkt.

Einladung des Kirchenrats der Reformierten Kirche Baselland, die folgenden Überlegungen in die individuelle Abstimmungsentscheidung einfliessen zu lassen.

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Landläufig gilt die Diversität der Schweiz, ihre Vier- und Vielsprachigkeit, die demokratische Teilhabe, das Miteinander von Stadt und Land aber auch die zivilgesellschaftliche und integrative Funktion der Religion mit ihren Landeskirchen als musterhaft in Europa. Das soll sich auch in Bild und Ton der Medien zeigen, indem sie möglichst viele Menschen und Organisationen im besten Sinne zu Wort kommen zu lassen. Daraus resultiert ein Gesamtbild der Schweiz und ihrer Regionen, das sehr repräsentativ ist. Ein Gesamtbild der Schweiz, das allen Gruppen in dieser Gesellschaft Stimme und Sichtbarkeit gibt und damit kulturelle, religiöse und politische Teilhabe ermöglicht.

In diesen Jahren wird wieder deutlich, dass Religion nicht nur das Private betrifft. Religiöse Themen werden vermehrt Teil des öffentlichen Diskurses. Die Schweizer Gesellschaft wird gleichzeitig säkularer und multireligiöser. Die Zeiten, in denen die Mehrheit der Bevölkerung einer christlichen Kirche angehörte, gehören der Vergangenheit an. Das macht das Gespräch über die Rolle der Religion in der Gesellschaft sowohl vielfältiger als auch sehr wichtig. Dabei geht es auf keinen Fall nur um die Diskussion zu Initiativen, welche den Islam betreffen. Ein Diskurs über Werte, die religiös und kulturell gepflegt werden und aus denen heraus gehandelt wird, darf nichts mit Leitkultur zu tun haben. Sowohl in den USA, wie auch in Russland geraten schrille Stimmen aus christlichen Kreisen in den Fokus politischer Debatten und provozieren gesellschaftliche Verwerfungen. In Zeiten von Algorithmen und (a-)sozialer Medien gilt es Plattformen offen zu halten, in denen verschiedene Stimmen gemeinsam zu Wort kommen. Die Distanz zwischen den Menschen nimmt sonst zu, die Unterschiedlichkeit der Argumente und der Bekenntnisse nimmt ab. Das Wissen, das Kennen und die Erfahrungen mit anderen ebenso. Die Landeskirchen und andere Glaubensgemeinschaften bereichern mit ihrer reflektierten, theologischen Sprachpräsenz und Spiritualität den Alltag der Menschen in unserem Land. Sie thematisieren die Differenz zum Irdischen und relativieren dadurch die Machtansprüche einzelner und einzelner Gruppierungen.

Für diese Aufgaben stehen wir gemeinsam in der Verantwortung. Institutionen, Parteien, die Sozialpartner, die Medien, die Kirchen und jeder Mensch. Als Kirchenrat der Reformierten Kirche Baselland machen wir uns stark für ein Gespräch über und mit den Religionen und anerkennen den Wert der Medien an, welche der Stimmenvielfalt, den Herausforderungen und Möglichkeiten und der Begegnung mit anderen Raum und Sendezeit geben.

Der Kirchenrat der Reformierten Kirche Baselland